Exposé

Und sonst so? von Marie-Christin Spitznagel
Autobiographischer Text
Die Handlung

2005 nahm ich an einem Kunstprojekt teil und machte dafür etwas ganz verrücktes – ich führte ein Onlinetagebuch. Ein damals ziemlich neues Konzept.

Ich schrieb über mein Leben mit Anfang 20, meine WG, meine Eskapaden. Aber auch über meine Wünsche und meine Hoffnungen für die Zukunft.

15 Jahre später habe ich diese Texte wiederbekommen und habe nun die Gelegenheit sie mit der Wirklichkeit zu vergleichen.

Wie ging es mir damals, wie geht es mir heute? Was habe ich mir gewünscht, was habe ich mir erfüllt.

In meinen alten Texten erkenne ich meine damals schon schwere, aber noch nicht diagnostizierte Depression, mein Kampf mit der ADHS und daraus resultierende Drogenprobleme, während ich mir noch sagte, es sei alles gut so, wie es ist.

Aus diesen Texten habe ich, während des zweiten Lockdowns einen Roman geschrieben.

Keine Autobiographie, sondern eine Mischung. Manchmal dramatisiert, manchmal entschärft.

Was war damals, was ist heute.

Bin ich glücklich und würde sich mein 20-jähriges Selbst auf ihre Zukunft freuen?

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Eva
1 Monat zuvor

Da würde ich gerne mehr von lesen! Weil: war ich jung doch ziemlich gefestigt, reißt es mir momentan oft die Füsse vom Boden. Das aus der umgekehrten Altersperspektive zu betrachten, finde ich in diesem Zusammenhang spannend.
Ausserdem ist es ein wahnsinnig guter Fundus, den Du da hast an eigenen ‚O-Tönen‘ von Dir aus einer anderen Zeit. So etwas ist unendlich wertvoll & die Erinnerung kann Dir diese Zeit nur verfälscht darstellen.Deine Tagebucheinträge jedoch sind authentisch & beamen Dich (& vielleicht Deine Leser und Leserinnen) in eine andere Zeit.

Last edited 1 Monat zuvor by Eva
Kirsten
1 Monat zuvor

Hört sich total interessant an

Nadja Fricke
1 Monat zuvor

Ich bin gespannt wie es weiter geht.
Es hört sich sehr interessant an.
Ich finde es auch sehr mutig sich der Realität zu stellen. Sich zu vergleichen, was für Gedanken, Wünsche und Ansprüche hatte ich vor 20 Jahren und was habe ich mir erfüllen können oder auch nicht.
Vielleicht findet man auch an den einen oder anderen Gedanken wieder gefallen, den man schon längst verworfen oder vergessen hatte.
Tolle Idee. Hört sich auf alle Fälle interessant an!

Julia Pfannkuch
1 Monat zuvor

Echt super. Wie eine Art zeitkapsel die dich und auch die Leser fesselt. Ich bin sehr gespannt. 🙂

Jennifer Riedel
1 Monat zuvor

Die Reflexion des eigenen Ichs vor 20 Jahren finde ich sehr gelungen! Eine wichtige und zugleich spannende Aufgabe sich den eigenen Gedanken und Emotionen zu stellen, die man vor langer Zeit gedacht und gefühlt hat. Ich hätte gerne noch mehr gelesen.

Kirsten Heyner
15 Tage zuvor

Ich lese sehr gerne autobiografische Texte und gerade die Rückschau auf früheres Gedankengut ist besonders interessant.
Bitte unbedingt mehr!

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